Was sind die meistzitierten Publikationen aus dem Bereich Multiple Sklerose (MS)? Was ist der Inhalt dieser Artikel? Wer sind die Autoren? Wo und wann sind die Artikel erschienen?
Amerikanische Forscher haben den Grund für die verschiedenen Formen der schweren, unheilbaren Nervenerkrankung Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) gefunden. Der Fortschritt eröffnet laut den Wissenschaftern ein neues Feld, um eine wirksame Behandlung gegen ALS zu finden.
Letzten Herbst habe ich die Veröffentlichung der geförderten Forschung der MS-Gesellschaft und einen freien Zugang (Open Access) der Resultate angeregt. Die MS-Gesellschaft hat nun die unterstützten Forschungsprojekte ab dem Jahr 2008 auf ihrer Homepage veröffentlicht. Besten Dank an die MS-Gesellschaft für die Veröffentlichung dieser Informationen.
Die Pharmaindustrie scheint bisher den Status einer geschützten Industrie in Bundes-Bern zu haben. Bis jetzt wurde die Schweizer Pharmaindustrie dank "guten Beziehungen ins Parlament" speziell behandelt (siehe beispielsweise die Parallelimporte) und daher indirekt subventioniert.
Roche stellt das erfolgreiche Krebsmedikament Avastin her (6 Mrd. Umsatz pro Jahr). Im 2005 entdeckt ein Augenarzt zufällig, dass dieses Medikament gegen die Augenkrankheit Makuladegeneration (AMD) hilft. Der Erfolg und die Wirksamkeit des Medikamentes sind nicht zu übersehen. Die Augenärzte beginnen schnell, das Medikament einzusetzen. Ärzte sind in der Anwendung von Medikamenten nicht eingeschränkt. Dies wird übrigens auf Englisch als Off-Label Einsatz bezeichnet.
Im Jahre 2007 bringt Novartis, der 30% der Aktien von Roche gehören, das Medikament Lucentis auf den Markt. Dabei ist Lucentis im Prinzip eine Neuverpackung des Medikamentes Avastin. Zusätzlich wurden die notwendigen wissenschaftlich Studien erstellt. Das Übel dabei ist nun, dass dieses Medikament über 10x teurer verkauft wird. 10x teurer! Und das für ein Medikament für das praktisch kein Forschungsaufwand geleistet wurde. Auf keinen Fall jenen häufig genannten langjährigen risikoreichen Forschungsprozess von dem nur jedes 10. Medikament überlebt. Nein, umverpacken, Studien erstellen und verkaufen.
Wie weiss man, ob und wann eine Behandlung sinnvoll ist? Und nützt?
Es gibt viele Krankheiten und gesundheitliche Probleme. Ebenso gibt es viele Behandlungsansätze dazu. Viele Ideen. Das Wissen ist dazu ist häufig jedoch klein und die Entscheidungsunsicherheit ist daher gross -- für Patienten und Therapeuten.
Bestehen Interessen an mehr Kranken? Kann jemand ein Interesse an neuen Krankheiten haben?
Im Artikel Medikalisierung wurde über die Tendenz der Ausweitung des "medizinischen Bereiches" eingegangen. Die Ausweitung der Medizin erfolgt nicht nur "unbewusst" und "von selbst", sondern sie kann aktiv gefördert und betrieben werden. So können bewusst neue Krankheiten kreiert, bekannte Krankheiten dramatisiert und die Grenzwerte verändert werden. Dieser Vorgang wird als Krankheitserfindung bezeichnet. Das englische Stichwort heisst Disease Mongering. Diese Krankheitserfindung ist verantwortlich für einen Teil der Medikalisierung unseres Alltages.