Auswertung der unterstützten Forschungsprojekte der MS-Gesellschaft (2008 – 2014)

Geschätzte Lesezeit dieses Artikels: 3 Minuten 17 Sekunden

Die MS-Gesellschaft hat die Liste der unterstützten Forschungsprojekten mit den Projekten bis Herbst 2014 ergänzt. Besten Dank an die MS-Gesellschaft für das Pflegen dieser Angaben.

Mit diesen neuen Daten habe ich die letzte Auswertung um die neuen Projekte ergänzt.

Auswertung Forschungsförderung

Die graphische Auswertung der unterstützten Forschungsprojekte von 2008 bis Herbst 2014 zeigt folgendes Bild:

Anzahl Forschungsprojekte nach Universitäten, 2008 - 2014Anzahl Forschungsprojekte nach Universitäten, 2008 - 2014 Unterstützte Forschungsprojekte nach Fachgebiet, 2008 - 2014Unterstützte Forschungsprojekte nach Fachgebiet, 2008 - 2014

Auswertung

  • Seit 2008 wurden 173 Forschungsgesuche bewilligt.
  • Rund 8.8 Mio. Franken wurden in den letzten 7 Jahren für die Forschungsförderung ausgegeben. Die MS-Gesellschaft vergibt jährlich etwa 1.2 Mio. Franken.
  • Ein unterstütztes Projekt erhält im Durchschnitt etwa 50‘000 Franken.
  • Die unterstützten Projekte werden fast ausschliesslich an die Schweizer Universitäten vergeben. Etwa die Hälfte der Projekte wurde an die Universitäten Basel und Zürich vergeben. Die Aufteilung ist in der ersten Grafik dargestellt.
  • Die MS-Gesellschaft hat zu über zwei Dritteln immunologische Forschung unterstützt, wovon 21 Projekte zur Mausforschung (EAE) gehören. Die zweite Grafik zeigt die Aufteilung nach Fachgebieten.1
  • Die 173 unterstützten Projekte wurden auf 92 verschiedene Personen verteilt.
  • 41 Projekte wurden an Forscher vergeben, die selbst im wissenschaftlichen Beirat (2014: 28 Mitglieder) sind, der diese Forschungsförderung vergibt.
  • 66 unterstützte Projekte wurden von Professoren eingereicht.
  • Die am stärksten geförderten Unis der letzten sieben Jahre sind:2
    • Universität Zürich: Fr. 2.2 Mio. Franken
    • Universität Basel: Fr. 2.1 Mio. Franken
    • Universität Genf: Fr. 1.6 Mio. Franken

Die folgende Tabelle zeigt die Forscher mit drei und mehr Projekten:

Forscher Anzahl Projekte ~Förderungsbetrag kCHF2
Britta Engelhardt 7 356
Burkhard Becher 7 356
Danielle Burger 7 356
Walter Reith 7 356
Patrice Lalive 6 305
Raija Lindberg 6 305
Ruth Lyck 6 305
Adriano Fontana 5 254
Renaud Du Pasquier 5 254
Tobias Suter 5 254
Nicole Schaeren-Wiemers 4 203
Norbert Goebels 4 203
Paul Grossman 4 203
Andrea Huwiler 3 153
Cornel Fraefel 3 153
Doron Merkler 3 153
Jan Lünemann 3 153
Jens Kuhle 3 153
Nanco van der Maas 3 153

Forscher, die seit 2008 drei und mehr geförderte Projekte haben. Die Veränderungen seit der letzten Auswertung sind gelb markiert und schräg geschrieben. kCHF = Kilo Franken, also Beträge in 1000 Franken; Datenquelle: MS-Gesellschaft, eigene Auswertung.

Im Sinne von Open Data ist die Auswertung als Tabellendokument, wie schon seit Beginn, als Anhang verfügbar.

Unterstützte Projekte Herbst 2014

Die folgenden Grafiken zeigen die im Herbst 2014 unterstützten Projekte.

Anzahl Forschungsprojekte nach Universitäten, Herbst 2014Anzahl Forschungsprojekte nach Universitäten, Herbst 2014 Neu unterstützte Forschungsprojekte nach Fachgebiet, Herbst 2014Neu unterstützte Forschungsprojekte nach Fachgebiet, Herbst 2014

MS-Register

Wie viele MS-Betroffene gibt es in der Schweiz? Wie geht es ihnen?

Diese Fragen können nicht beantwortet werden. Keine Daten sind verfügbar. Man ist auf grobe Schätzungen angewiesen. Die MS-Gesellschaft hat deshalb die Einführung eines MS-Register für die Schweiz beschlossen, das genau diese Fragen beantworten soll. Das ist ein wichtiges Projekt. Ich werde auf das MS-Register (SMSR) in einem eigenen Artikel eingehen.

Kohortenstudie (SMSC-Study)

Zur Kohortenstudie wurden keine Daten veröffentlicht, oder zumindest sind mir diese nicht bekannt.

Fazit

Die Verteilung der Projekte auf die verschiedenen Universitäten und die einzelnen Personen ist ok. Inhaltlich ist die immunologische Forschung mit zwei Drittel der Projekte klar dominant. Die Immunologie ist der deutliche Schwerpunkt der geförderten Forschung der MS-Gesellschaft.

Aus Patientensicht würde ich mir wünschen, wenn die MS-Gesellschaft als Betroffenenorganisation die Prioritäten der Betroffenen in die Forschungsförderung klarer einfliessen lassen würde. Für Patienten relevante Fragestellungen, die sonst zu kurz kommen, sollten in der geförderten Forschung in erster Linie berücksichtigt werden.

Offenlegung

Seit Ende 2013 bin ich Mitglied es Wissenschaftlichen Beirates der MS-Gesellschaft. Die Auswahl der Projekte wird von einem Fachgremium vorgenommen. Für diese Auswertung habe ich mich auf die öffentlich verfügbaren Informationen, wie bereits seit der ersten Auswertung 2011, gestützt. Im Blog drücke ich meine persönliche Meinung aus, die nicht mit jener der MS-Gesellschaft übereinstimmen muss.


  1. Die Zuordnung zu den Fachgebieten habe ich aufgrund des Projekttitels vorgenommen. Eine Beschreibung oder Zusammenfassung habe ich mit den öffentlich verfügbaren Informationen erstellt. Ungenaue Zuordnungen sind deshalb wahrscheinlich. 

  2. Unter der Annahme gleich grosser Projekte. 

Anhang: 

Ersetzt Artikel: 

Interessenbindungen im Bundeshaus – Lobbywatch.ch

Lobbywatch.ch

Was ist der Einfluss der Lobbygruppen im Schweizer Parlament? Welche Verflechtungen gibt es? Welche Interessen vertreten Parlamentarier und Parlamentarierinnen? Welche Organisationen und Verbände haben welchen Zugang im Bundeshaus?

Fragen, die schwierig zu beantworten sind, die aber für unser tägliches Leben von erheblichem Einfluss sind. Denn die 200 National- und 48 Ständeräte machen unsere Gesetze oder sie verteilen Subventionen.

Eine Gruppe von Bürgern versucht Antworten auf diese Fragen zu ermöglichen:

Die Plattform Lobbywatch.ch wurde an der Opendata.ch/2014-Konferenz am 18. September gestartet.

Information ist die Währung der Demokratie.

  • Thomas Jefferson

Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) fordert Open Access

Open Access SAMW

Die Schweizerische Akademie der medizinischen Wissenschaften (SAMW) hat Ende Juni ein Positionspapier zu Open Access verabschiedet und veröffentlicht.

Was ist die Postion der Schweizerische Akademie der medizinischen Wissenschaften (SAMW) zu Open Access?

Zusammenfassung des Positionspapiers

Die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) setzt sich ein für eine enge Verbindung zwischen Praxis und wissenschaftlicher Medizin sowie für den Dialog mit dem gesellschaftlichen Umfeld. Vor diesem Hintergrund unterstützt sie die Umsetzung von Open Access. Ein freier Zugang zu Forschungsergebnissen im Sinne von Open Access ist nach Meinung der SAMW der optimale Weg, um die Informationsversorgung von Forschenden, Medizinalpersonen, Patienten und allgemeiner Öffentlichkeit nachhaltig zu sichern und zu verbessern. Angesichts der neuesten, in diesem Positionspapier geschilderten weltweiten Entwicklungen von Open Access nimmt die Akademie Stellung und fordert Verlage und Wissenschaftsakteure auf, den Übergang zu Open Access zu erleichtern und zu beschleunigen, um den gesellschaftlichen Nutzen der medizinischen Forschung zu maximieren.

Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.

  • Arthur Schopenhauer
Patientensicht Artikel abonnieren Patientensicht aktualisierte Artikel abonnieren Patientensicht Artikelabriss (Feed) abonnieren Patientensicht Titel (Feed) abonnieren Patientensicht - All comments abonnieren