Gesundheitswesen, Politik & Regulation + Multiple Sklerose Gesellschaft + Pharma + Person + Institution + Patientenerfahrungen & aus dem Alltag + Schweizerische Multiple Sklerose Gesellschaft + DMSG
Margrit Kessler wurde von der Bevölkerung des Kantons St. Gallen als neue Nationalrätin gewählt. Sie ist bereits durch ihren engagierten Einsatz als Präsidentin der Schweizerischen Stiftung Patientenschutz (SPO) bekannt ist. Sie gehört der grünliberalen Partei an.
Was ist die Produktivität der Mitglieder des ärztlichen Beirates der DMSG? Wie gross ist ihr Einfluss in der Wissenschaft? Was ist ihr Rang in der Wissenschaft?
Die National- und Ständeratswahlen sind vor der Tür. Die eidgenössischen Politiker für die nächsten vier Jahre können gewählt werden. Diese Politiker bestimmen unsere Zukunft.
Es ist an uns die richtigen Kandidaten auszuwählen.
Achtet bei den Wahlen auf die Interessenbindungen der Politiker. Der Politiker und die Politikerin sollen schliesslich unsere Bürgerinteressen und nicht irgendwelche Partikularinteressen der Industrie vertreten. Welche Lobby haben die Bürger sonst als ihre eigenen gewählten Vertreter?
Was ist die Produktivität der Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirates der MS-Gesellschaft? Wie gross ist ihr Einfluss in der Wissenschaft? Was ist ihr Rang in der Wissenschaft?
Mich haben diese Fragen wunder genommen und ich habe die Publikationen und Zitationen der Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirates der MS-Gesellschaft ausgewertet. Die untenstehende Tabelle zeigt das Ergebnis.
Letzten Herbst habe ich die Veröffentlichung der geförderten Forschung der MS-Gesellschaft und einen freien Zugang (Open Access) der Resultate angeregt. Die MS-Gesellschaft hat nun die unterstützten Forschungsprojekte ab dem Jahr 2008 auf ihrer Homepage veröffentlicht. Besten Dank an die MS-Gesellschaft für die Veröffentlichung dieser Informationen.
Die Pharmaindustrie scheint bisher den Status einer geschützten Industrie in Bundes-Bern zu haben. Bis jetzt wurde die Schweizer Pharmaindustrie dank "guten Beziehungen ins Parlament" speziell behandelt (siehe beispielsweise die Parallelimporte) und daher indirekt subventioniert.
Roche stellt das erfolgreiche Krebsmedikament Avastin her (6 Mrd. Umsatz pro Jahr). Im 2005 entdeckt ein Augenarzt zufällig, dass dieses Medikament gegen die Augenkrankheit Makuladegeneration (AMD) hilft. Der Erfolg und die Wirksamkeit des Medikamentes sind nicht zu übersehen. Die Augenärzte beginnen schnell, das Medikament einzusetzen. Ärzte sind in der Anwendung von Medikamenten nicht eingeschränkt. Dies wird übrigens auf Englisch als Off-Label Einsatz bezeichnet.
Im Jahre 2007 bringt Novartis, der 30% der Aktien von Roche gehören, das Medikament Lucentis auf den Markt. Dabei ist Lucentis im Prinzip eine Neuverpackung des Medikamentes Avastin. Zusätzlich wurden die notwendigen wissenschaftlich Studien erstellt. Das Übel dabei ist nun, dass dieses Medikament über 10x teurer verkauft wird. 10x teurer! Und das für ein Medikament für das praktisch kein Forschungsaufwand geleistet wurde. Auf keinen Fall jenen häufig genannten langjährigen risikoreichen Forschungsprozess von dem nur jedes 10. Medikament überlebt. Nein, umverpacken, Studien erstellen und verkaufen.