Wem nützt Transparenz?

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Jenen die an den Hebeln der Macht sitzen?

Riva C. Unsere Gesundheitsbehörden stehen nicht auf Transparenz, Öffentlichkeitsgesetz.ch, 10. Juli 2011

Meine Recherchen zeigten mir schon bald, dass die Experten beratender Fachgremien ein wichtiger Faktor im Marketingkonzept dieser Firmen waren.

Muss man daraus schliessen, dass die Bevölkerung Transparenz weniger verdient, als das angesehene Fachjournal The Lancet, die Expertenkommissionen der Weltgesundheitsorganisation oder die Datenablagen der Weltorganisation für geistiges Eigentum?

Bei meinem Entscheid, alle Mittel auszuschöpfen, um an diese Informationen zu kommen, ging es mir ums Prinzip. In einer Demokratie gibt es keinen stichhaltigen Grund dafür, dass Experten, welche Behörden beraten und Bürgern Empfehlungen erteilen, nicht ordnungsgemäss Auskunft über ihre Interessenbindungen geben. Ohne diese Aufklärung darf nicht von objektiven medizinischen Informationen und informierter Einwilligung die Rede sein.

Die Frage nach den Interessenkonflikten von Experten ist zentral. Umso mehr weil im Gesundheitsbereich die Nähe mit der pharmazeutischen Industrie nie harmlos ist. Aus der wissenschaftlichen Literatur wissen wir, dass Interessenkonflikte Analysen und Empfehlungen von Experten beeinflussen. Das geschieht unabhängig von deren Intelligenz, Erfahrung, Absichten oder Bildungsstand. Leider wird diese Tatsache von Betroffenen, Politik und Medien entweder negiert oder krass unterschätzt.

Das BAG ist dem Transparenzgedanke sehr abgeneigt, die Eidgenössische Kommission für Impffragen ebenfalls. Der Grund, der von ihnen geltend gemacht wird ist: Wenn die Interessenskonflikte der Experten öffentlich werden, wird die Bevölkerung verwirrt. Oder anders: Besser man lässt uns im Unwissen, die Experten wissen ja bestens, was gut für uns ist. Diese Sicht der Dinge ist paternalistisch, antidemokratisch und falsch.

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