Krankheitserfindung (Disease Mongering)

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Bestehen Interessen an mehr Kranken? Kann jemand ein Interesse an neuen Krankheiten haben?

Im Artikel Medikalisierung wurde über die Tendenz der Ausweitung des „medizinischen Bereiches“ eingegangen. Die Ausweitung der Medizin erfolgt nicht nur „unbewusst“ und „von selbst“, sondern sie kann aktiv gefördert und betrieben werden. So können bewusst neue Krankheiten kreiert, bekannte Krankheiten dramatisiert und die Grenzwerte verändert werden. Dieser Vorgang wird als Krankheitserfindung bezeichnet. Das englische Stichwort heisst Disease Mongering. Diese Krankheitserfindung ist verantwortlich für einen Teil der Medikalisierung unseres Alltages.

Gestern ist in der Süddeutschen Zeitung der Artikel Geldmacherei mit Patienten: Die Krankheitserfinder zu diesem Thema erschienen. Der Mediziner und Medizinjournalist Werner Bartens erläutert die Krankheitserfindung anhand der Beispiele Alzheimer, weibliche Unlust, Depression, Burn-out, Prä-Diabetes und Cellulite.

Nun ist es aber nicht so, dass alle neuen medizinischen Diagnosen „erfunden“ sind. Aus Bürger- und Patientensicht stellen sich folglich die Fragen: Was ist „erfunden“ und unnötig? Welche Präventionsmassnahmen sind wirksam und sollten befolgt werden? Wer macht diese Analyse für uns „Normalen“?

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