Die 25 häufigsten Sponsoren der Multiple Sklerose Forschung

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Wer bezahlt die meiste MS-Forschung? Wer sind die grössten Sponsoren der Multiple Sklerose Forschung? Sind es öffentliche Institutionen? Private Firmen?

Aus dem Alltag kennen wir die den Redewendung „Wer zahlt, befiehlt“. In der Forschung gilt dies natürlich nicht direkt. Dort gilt wohl eher „Wer zahlt, steuert“. Gewisse Forschungsfragen bekommen Geld, andere nicht. Forschung kostet und braucht Geld. Wer sind also die Forschungsförderer?

Ich habe einmal die 25 grössten Forschungssponsoren der Multiple Sklerose Publikationen der Wissenschaftsdatenbank Web of Science herausgesucht. Die Web of Science Datenbank von Thomson Reuters erfasst die wissenschaftlichen Publikationen mit ihren Zusatzdaten wie Autoren, Referenzen und Sponsoren.

Nr.SponsorAnzahl
Publikationen
% von
51’645
1. NATIONAL INSTITUTES OF HEALTH (NIH), NIH NINDS 1300 2.52%
2. NATIONAL MULTIPLE SCLEROSIS SOCIETY (NMSS) 783 1.52%
3. BAYER SCHERING 394 0.76%
4. BIOGEN IDEC, BIOGEN DOMPE 370 0.72%
5. MERCK SERONO 360 0.7%
6. TEVA, TEVA NEUROSCIENCE 297 0.58%
7. DEUTSCHE FORSCHUNGSGEMEINSCHAFT (DFG) 252 0.49%
8. NOVARTIS 234 0.45%
9. EUROPEAN UNION 212 0.41%
10. MULTIPLE SCLEROSIS SOCIETY OF CANADA 203 0.39%
11. SANOFI AVENTIS 166 0.32%
12. WELLCOME TRUST 144 0.28%
13. ROCHE+GENENTECH 140 0.27%
14. PFIZER+WYETH 121 0.23%
15. SWEDISH RESEARCH COUNCIL 112 0.22%
16. CANADIAN INSTITUTES OF HEALTH RESEARCH 109 0.21%
17. FONDAZIONE ITALIANA SCLEROSI MULTIPLA (FISM) 109 0.21%
18. NATIONAL NATURAL SCIENCE FOUNDATION OF CHINA 102 0.2%
19. SWISS NATIONAL SCIENCE FOUNDATION 85 0.16%
20. MEDICAL RESEARCH COUNCIL 76 0.15%
21. GENZYME 70 0.14%
22. GLAXOSMITHKLINE 65 0.13%
23. DUTCH MS RESEARCH FOUNDATION 65 0.13%
24. SWISS MULTIPLE SCLEROSIS SOCIETY 63 0.12%
25. ITALIAN MINISTRY OF HEALTH 59 0.11%

Tabelle: Die 25 häufigsten Sponsoren der Multiple Sklerose Forschung. Die Werte sind konsolidiert. Datenquelle: Thomson Reuters Web of Science, Stand: 03.09.2011

Methode

Ich habe folgende Suchanfrage im Web of Science verwendet:

  • Topic=(multiple AND sclerosis)
  • Refined by: Document Type=( ARTICLE OR EDITORIAL MATERIAL OR REVIEW OR PROCEEDINGS PAPER OR LETTER )
  • Keine zeitliche Einschränkung.

Wenn unterschiedliche Namen für die gleiche Organisation verwendet wurden, z.B. Novartis und Novartis AG, so habe ich die Anzahl Publikationen zusammengezählt und einen Eintrag daraus gemacht.

45360 Datensätze (87%) enthalten keine Angaben über den Forschungssponsoren. Das können Studien sein, die von Universitäten ohne externe Sponsoren durchgeführt werden oder unterstützte Studien, die keine Angaben über den Sponsor machen. Die Fachzeitschriften verlangen in der Regel die Angabe der externe Sponsoren von Studien.

Öffentliche Forschungsförderer wie der Schweizer Nationalfonds (SNF) verpflichten die Empfänger zur Angabe des Förderprojektes und somit auch des Sponsors. Ein Zweck ist das Herstellen von Transparenz bei der Forschungsfördervergabe.

Diskussion

Wie zuverlässig die obigen Zahlen sind, ist aufgrund der vielen Datensätze ohne Angabe des Sponsors, schwierig abzuschätzen.

Der grösste MS-Forschungsförderer ist gemäss diesen Zahlen die staatliche amerikanische Forschungsförderung National Insituts of Health (NIH). Und zwar mit grossem Abstand. Gefolgt von der US MS-Gesellschaft National Multiple Sclerosis Society (NMSS). Danach kommt der erste Beta-Inferon-Hersteller Bayer Schering (Betaseron®), gefolgt vom Tysabri® (Natlizumab) und Avonex® Hersteller Biogen Idec. Rang 5 wird durch den Rebif® (Beta-Interferon) Hersteller Merck Serono belegt. Rang 6 geht an den Copaxone® (Glatirameracetat) Hersteller Teva Pharma aus Israel. Novartis ist mit Gilenya® (Fingolimod) auf Platz 8 und Roche mit Ocrelizumab und Daclizumab auf Rang 13 gelandet. Es wird sicher weitere Publikationen von den Herstellern der neuen Medikamente geben.

Von diesen 25 häufigsten Sponsoren sind 10 davon Pharmaunternehmen.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat rund dreimal mehr Publikationen als der Schweizerische Nationalfonds (SNF) unterstützt.

Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) war an 85 Studien beteiligt. Die Schweizerische MS-Gesellschaft kommt mit 63 Publikationen auf eine ähnlich hohe Zahl. Dies ist doch recht erstaunlich für so ein kleines Land und einen Schweizer Verein (MS-Gesellschaft).

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